Was kostet individuelle Software?
Dieser Ratgeber zeigt KMU, wie der Umfang individueller Software wächst, welche vier Faktoren den Preis treiben und welche Abrechnungsmodelle üblich sind. Dazu kommt die Vertragsform, die entscheidet, wer das Risiko einer Fehlschätzung trägt.
Von Adrian Fusha, Pluton Studio
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Warum nennen kaum Anbieter Preise für Individualsoftware?
Individualsoftware hat keinen Listenpreis, weil sie kein fertiges Produkt ist: Zwei Betriebe, die beide „eine Auftragsverwaltung“ suchen, können im Preis um den Faktor zehn auseinanderliegen, sobald Rollen, Dokumente und Schnittstellen auf dem Tisch liegen.
Budgetieren lässt sich damit allerdings nichts. Darum zeigen wir unten Zeile für Zeile, was den Umfang treibt. Verbindlich wird es nach einem Gespräch über Ihre Abläufe und Ihre echten Formulare: Innerhalb von zwei Arbeitstagen erhalten Sie kostenlos ein schriftliches Angebot mit einem Gesamtbetrag, der hält.
Projektumfang im Überblick
Die Tabelle zeigt, wie der Umfang vom kleinen Werkzeug bis zur Betriebsplattform wächst. Entscheidend ist die rechte Spalte: Sie zeigt, was den Sprung zur nächsten Zeile auslöst, und daran können Sie auch jedes andere Angebot prüfen.
Datenübernahme, Dokumente, Steuerlogik und Schnittstellen gehören ausdrücklich in das Angebot, denn sie bestimmen den Umfang.
| Vorhaben | Was darin steckt |
|---|---|
| Kleines, abgegrenztes Werkzeug | Ein Formular, eine Liste, eine Rolle. Keine Datenübernahme, kein eigenes Dokument, keine Schnittstelle |
| Abgegrenztes Modul: digitaler Rapport, Buchungsformular, internes Dashboard | Eigener Positionskatalog mit Ihren Preisen, ein eigenes PDF-Dokument, zwei bis drei Rollen, ein Export in die Buchhaltung |
| Web-App mit Kundenkonten und Zahlungen | Registrierung und Rollen, Kundenbereich, Zahlungen, Rechnungsdokumente, Betrieb unter Last, Überwachung |
| Betriebsplattform für ein KMU | Disposition, Rapporte, Geräte, Stunden, Buchhaltungs-Export, mehrere Rollen und Standorte, Übernahme der Bestandsdaten |
| Dieselben Umfänge für den Schweizer Markt | Schweizer Recht und Dokumente, MWST-Sätze und Rappen-Rundung, oft dreisprachige Oberfläche |
| Wartung und Weiterentwicklung | Sicherheitsupdates, Abhängigkeiten, kleinere Anpassungen, Betrieb und Überwachung |
Individualsoftware oder Standardsoftware?
Standardsoftware ist ein fertiges Produkt, das viele Betriebe gleich nutzen, meist im Abo: Buchhaltung, CRM, Terminbuchung. Individualsoftware wird für die Abläufe eines einzelnen Betriebs gebaut. Bei uns erhalten Sie nach der Bezahlung eine dauerhafte Lizenz, die Software zu nutzen, zu ändern und zu betreiben; was genau gilt, steht im Angebot.
Für Aufgaben, die in jedem Betrieb gleich laufen, ist Standardsoftware fast immer die günstigere Wahl, und wir sagen das auch. Individuelle Software entwickeln zu lassen lohnt sich, wenn ein Ablauf Sie von der Konkurrenz unterscheidet, wenn mehrere Programme von Hand verbunden werden oder wenn eine Standardlösung nur mit vielen Umwegen passt. Beispiele aus der Praxis:
- Einsatzplanung und Rapporte für einen Servicebetrieb mit eigenen Zuschlagsregeln, wie in unserer Fallstudie aus der Schweiz
- Ein Kundenportal, in dem Ihre Kunden Aufträge, Dokumente und Rechnungen selbst einsehen
- Eine Anbindung, die Bestellungen aus dem Onlineshop direkt in Lager und Buchhaltung überträgt
- Ein internes Werkzeug, das eine Excel-Tabelle mit vielen Bearbeitern ersetzt: Excel ablösen
Welche vier Faktoren bestimmen den Preis?
Fällt ein Angebot doppelt so hoch aus wie ein anderes, liegt es fast immer an einem dieser vier Punkte. Prüfen Sie jedes Angebot daraufhin, auch unseres:
| Treiber | Warum er zählt |
|---|---|
| Module und Rollen | Jedes Modul (Disposition, Rapporte, Lager, Stunden) und jede Zugriffsebene (Büro, Fahrzeug, Leitung) bedeutet eigene Logik, eigene Ansichten und eigene Tests |
| Dokumente und Schnittstellen | Jede Dokumentvorlage (Rapport, Angebot, Dossier) und jede Anbindung (Buchhaltung, Zahlung, Kalender) ist präzise Einzelarbeit; hier verstecken billige Angebote ihre Nachträge |
| Datenübernahme | Bestehende Kunden, Preise und Historie aus Excel, PDF oder Altsystem zu übernehmen kostet oft mehr als ein ganzes Modul und wird am häufigsten vergessen |
| Betrieb und Wartung | Hosting, Updates und Anpassungen verursachen immer laufende Kosten; seriös ist, wer sie im Angebot beziffert, statt sie zu verschweigen |
Stundensatz, Tagessatz oder Festpreis: Wer trägt das Risiko?
Agenturen und Freelancer im deutschsprachigen Raum rechnen meist nach Stunden- oder Tagessatz ab. Die Sätze unterscheiden sich stark nach Land, Anbieter und Erfahrung, deshalb nennen wir hier keine Durchschnittszahlen. Für den Vergleich zweier Angebote zählt ohnehin etwas anderes: wie abgerechnet wird und wer das Risiko einer Fehlschätzung trägt.
| Wer baut | Übliche Abrechnung | Wer das Risiko einer Fehlschätzung trägt |
|---|---|---|
| Agentur | Stunden- oder Tagessatz, für klar umrissene Pakete auch Pauschalen | Bei Abrechnung nach Aufwand Sie |
| Freelancer | Stunden- oder Tagessatz | Bei Abrechnung nach Aufwand Sie |
| Pluton Studio | Festpreis für ein definiertes Ergebnis, kein Stunden- oder Tagessatz | Wir: Verschätzen wir uns, tragen wir die Differenz |
Warum nennen wir keinen Stundensatz?
Ein Stundensatz belohnt langsame Arbeit, macht jede Schätzung zur Verhandlung und verschiebt das Risiko einer Fehlschätzung vollständig zu Ihnen. Sie kaufen bei uns kein Stundenkontingent, sondern ein definiertes Ergebnis zum vorher festgelegten Preis. Brauchen wir länger als gedacht, ist das unser Problem und nicht Ihre Nachtragsrechnung.
Die Kostenbasis in Prishtina bedeutet deshalb keinen halbierten Preis, sondern mehr Umfang zum selben Betrag: Mehrsprachigkeit, deutsche Dokumente, Rechtstexte, die Barrierefreiheitsstufe und die Vertragsarbeit stecken im Festpreis, statt als Zusatzpositionen aufzutauchen. Was jedes Projekt davon mitbringt, steht in unseren Standards.
Wann passt ein Festpreis, wann Abrechnung nach Aufwand?
Festpreis heisst bei uns: Wir sehen uns Ihre Abläufe an, schreiben ein Konzept, das den Umfang fixiert, und bieten einen Gesamtbetrag an. Verschätzen wir uns, tragen wir die Differenz. Der Preis dafür ist eine ernsthafte Vorbereitung, denn ohne fixierten Umfang gibt es keinen ehrlichen Festpreis, nur eine Zahl, die später korrigiert wird.
Abrechnung nach Aufwand ist nicht grundsätzlich unseriös. Wo der Umfang wirklich nicht fixierbar ist, etwa in einer offenen Produktphase, bei echter Forschung oder bei laufender Weiterentwicklung nach dem Livegang, ist sie die ehrlichere Form, und wir arbeiten dort auch so. Als Standardmodell für ein abgegrenztes Vorhaben verkauft, verschiebt sie vor allem das Risiko auf Ihre Seite.
Der Normalfall bei uns ist deshalb der Festpreis pro Phase, und Änderungen am Umfang bieten wir separat an, bevor sie passieren. Bezahlt wird in zwei Hälften, bei grösseren Vorhaben in drei Meilensteinen, die an Lieferungen und Abnahmen hängen, nie vollständig im Voraus.
Werkvertrag oder Dienstvertrag: Welche Vertragsform schützt Sie?
Der Preis ist die eine Hälfte der Frage, die Vertragsform die andere: Sie entscheidet, was Sie eigentlich gekauft haben, wenn etwas nicht funktioniert.
Wir arbeiten im Werkvertrag nach kosovarischem Recht: Geschuldet ist der Erfolg, also das lauffähige Werk, nicht die aufgewendete Zeit. Beim Dienstvertrag ist dagegen nur die Tätigkeit geschuldet. Wer nach Aufwand abrechnet und keine Abnahme kennt, verkauft Ihnen faktisch einen Dienstvertrag, auch wenn auf dem Deckblatt „Projekt“ steht.
Zum Werkvertrag gehört die Abnahme, und sie ist kein Formalismus: Zu jedem Meilenstein gibt es eine vorher vereinbarte Prüfliste, und die Rate wird mit der jeweiligen Lieferung fällig. Nach dem Livegang haben Sie 10 Arbeitstage, um Abweichungen vom vereinbarten Umfang schriftlich zu melden; abgenommen ist, wenn in dieser Frist nichts gemeldet wird oder die gemeldeten Punkte behoben sind. Ihre Rechte bei Mängeln richten sich nach kosovarischem Recht; zusätzlich beheben wir jeden Fehler, der in den 30 Tagen nach dem Livegang festgestellt wird, kostenlos.
Das gilt für jeden Auftraggeber, ob in der Schweiz, in Deutschland oder in Österreich: Unsere Verträge unterstehen dem Recht der Republik Kosovo, insbesondere dem Gesetz Nr. 04/L-077 über Schuldverhältnisse.
- Der Umfang wird fixiert, bevor der Preis fixiert wird
- Prüfliste und Abnahmetermin pro Meilenstein, schriftlich protokolliert
- Die Rate ist nach der Abnahme fällig, nicht nach dem Kalender
- Mängel behebt der Ersteller; sie werden nicht als Änderungswunsch verrechnet
- Änderungen am Umfang werden separat angeboten, bevor sie passieren, nie als Nachtrag danach
Wer übernimmt Betrieb und Wartung nach dem Livegang?
Das Angebot hält fest, wer nach dem Livegang Sicherheitsupdates, Abhängigkeiten, Anpassungen und die Weiterentwicklung übernimmt. Für Websites sind die ersten 12 Monate Hosting und Wartung ab dem Livegang enthalten; bei Software legen wir Betrieb, Anbieter und Standort im Angebot fest.
Ein Wartungsvertrag ist bei uns eine Dienstleistung mit beziffertem Umfang, ohne Zwangsabo und ohne feste Laufzeit. Domain und Konten laufen dabei auf Ihren Namen, und die Daten gehören Ihnen.
Welche versteckten Kosten lassen sich vermeiden?
Die teuerste Software ist selten die mit dem höchsten Angebot, sondern die mit Kosten, die in keinem Angebot standen:
- Lizenz pro Kopf, für immer: Standard-Abos wirken klein und summieren sich über Jahre zur grössten Position
- Nachträge: Was das Angebot nicht ausdrücklich als inbegriffen aufzählt, wird später einzeln berechnet
- Zugänge auf fremden Namen: Domain, Hosting und Konten, die nicht Ihnen gehören, machen jeden künftigen Wechsel zum Kraftakt
- Erzwungene Abläufe: Wenn der Betrieb sich der Software anpassen muss, zahlen Sie den Preis täglich in Arbeitszeit
- Verschwiegene Wartung: „einmal zahlen, läuft für immer“ ist keine Ehrlichkeit, sondern ein späterer Streit
- Datenübernahme, die niemand angeboten hat: Kunden, Preise und Historie aus dem Altsystem zu holen ist echte Arbeit, und sie fällt so oder so an, auch wenn Sie Excel ablösen
- Barrierefreiheit als Nachrüstung: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025, und Barrierefreiheit nachzurüsten kostet ein Mehrfaches dessen, was sie beim Bau von Anfang an kostet
Wie kommen Sie zu einer verbindlichen Zahl?
Der Weg ist kurz und kostet Sie nichts: ein Videogespräch von 30 bis 45 Minuten auf Englisch oder Albanisch über Ihre Abläufe, Ihre echten Formulare und die eine Aufgabe, die am meisten Handarbeit frisst. Innerhalb von zwei Arbeitstagen erhalten Sie danach ein schriftliches Angebot mit Umfang, Festpreis, Terminen und laufenden Kosten. Reicht aus unserer Sicht ein Standardprodukt, sagen wir Ihnen auch das.
Wie eine solche Plattform in der Praxis aussieht, zeigt die Fallstudie eines Schweizer Serviceunternehmens: Disposition, Rapporte auf dem iPad, Gerätemieten, Stunden mit Schweizer Zuschlagsregeln, Buchhaltungs-Export und deutsche Dokumente direkt aus der Software.
Wie die Zusammenarbeit auf Distanz abläuft, beschreibt die Seite Softwareentwicklung aus dem Kosovo; Einzelheiten pro Land stehen auf den Seiten für die Schweiz, Deutschland und Österreich.
Häufige Fragen
Was kostet Individualsoftware bei Ihnen?
Das steht nach dem ersten Gespräch in einem kostenlosen schriftlichen Angebot, das Sie innerhalb von zwei Arbeitstagen erhalten. Einen Mindestpreis veröffentlichen wir nicht, weil Datenübernahme, Dokumente, Rollen und Schnittstellen den Umfang bestimmen; der Festpreis im Angebot gilt dann für genau diesen Umfang.
Warum nennen Sie keinen Stundensatz?
Weil ein Stundensatz langsame Arbeit belohnt und das Risiko einer Fehlschätzung vollständig zu Ihnen verschiebt. Wir nennen stattdessen einen Festpreis für ein definiertes Ergebnis; verschätzen wir uns, tragen wir die Differenz.
Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand?
Bei uns Festpreis, pro Phase: Nach dem Gespräch und einem unterschriebenen Konzept, das den Umfang fixiert, steht ein Gesamtbetrag im Angebot, und der hält. Abrechnung nach Aufwand ist dort ehrlich, wo der Umfang wirklich nicht fixierbar ist, etwa in einer offenen Produktphase oder bei laufender Weiterentwicklung.
Was heisst Werkvertrag, und warum ist das wichtig?
Im Werkvertrag ist der Erfolg geschuldet, also das lauffähige Werk, nicht die aufgewendete Zeit. Dazu gehört die Abnahme mit Prüfliste, Termin und Protokoll; im Dienstvertrag ist dagegen nur die Tätigkeit geschuldet, ohne Abnahme. Unsere Verträge sind Werkverträge nach kosovarischem Recht: Ihre Rechte bei Mängeln richten sich nach diesem Recht, und zusätzlich beheben wir Fehler in den 30 Tagen nach dem Livegang kostenlos.
Was kostet die Wartung danach?
Die Wartung beziffern wir im Angebot, zusammen mit Betrieb, Weiterentwicklung sowie Anbieter und Standort des Hostings. Ein Wartungsvertrag ist bei uns eine Dienstleistung mit festgelegtem Umfang, kein Zwangsabo.
Kann man klein anfangen?
Ja, und man sollte: zuerst das eine Modul, das am meisten Handarbeit frisst, oft der digitale Einsatzrapport oder die Disposition, produktiv nehmen und dann erweitern. So finanziert der Nutzen der ersten Stufe die zweite, und ein Fehlgriff bleibt klein.
Wem gehören Domain, Zugänge und Daten?
Ihnen: Domain, Hosting-Konten und Zugänge laufen auf Ihren Namen, und die Daten im System gehören Ihnen, mit Export in gängige Formate. Zugänge auf fremden Namen sind eine der versteckten Kosten, die sich vermeiden lassen.
Was ist im Festpreis enthalten?
Mehr, als die Zahl allein zeigt: Mehrsprachigkeit, deutsche Dokumente, Rechtstexte und Barrierefreiheit stecken im Festpreis, statt als Zusatzpositionen aufzutauchen, denn die Kostenbasis in Prishtina fliesst bei uns in diesen Umfang. Was jedes Projekt mitbringt, steht in unseren Standards.