Was kostet individuelle Software?
Die Frage steht am Anfang jedes Projekts, und die üblichen Antworten sind entweder eine Ausflucht („kommt darauf an“) oder eine Zahl, die später nicht hält. Hier ist der Versuch einer ehrlichen Antwort: was den Preis wirklich treibt, in welchen Grössenordnungen Sie denken sollten, und wo die Kosten sitzen, über die niemand gern spricht.
Kurzfassung: Der Preis von Individualsoftware hängt an vier Treibern, Anzahl der Module und Rollen, Dokumente und Schnittstellen, Datenübernahme, Betrieb und Wartung. Zur Orientierung: Ein fokussiertes Werkzeug (ein Modul, eine Aufgabe) beginnt bei uns bei 3000 Euro; eine Betriebsplattform mit mehreren Modulen liegt typischerweise im fünfstelligen Bereich; dieselbe Arbeit kostet bei einer Agentur in der Schweiz oder in Deutschland häufig ein Mehrfaches, weil dort die Adresse mitbezahlt wird. Verbindlich wird es nur auf einem Weg: ein Gespräch über Ihre Abläufe, dann eine schriftliche Festpreis-Offerte.
Warum kaum jemand Preise nennt, und wir es trotzdem tun
Individualsoftware hat keinen Listenpreis, weil sie kein Produkt ist: Zwei Betriebe mit „einer Auftragsverwaltung“ können den Faktor zehn auseinanderliegen, sobald Rollen, Dokumente und Schnittstellen auf den Tisch kommen. So weit die übliche Erklärung, und sie stimmt.
Nur hilft sie Ihnen nicht beim Budgetieren. Darum unten echte Grössenordnungen mit dem Risiko der Vereinfachung, statt gar keiner Zahl. Verbindlich wird es bei uns immer gleich: ein Gespräch, in dem wir Ihre Abläufe und Ihre echten Formulare ansehen, danach eine schriftliche Offerte mit einem Gesamtbetrag, der hält.
Die vier Treiber, an denen der Preis hängt
Wenn eine Offerte doppelt so hoch ausfällt wie eine andere, liegt es fast immer an einem dieser vier Punkte, und es lohnt sich, jede Offerte danach zu befragen:
| Treiber | Warum er zählt |
|---|---|
| Module und Rollen | Jedes Modul (Disposition, Rapporte, Lager, Stunden) und jede Zugriffsebene (Büro, Fahrzeug, Leitung) ist eigene Logik, eigene Ansichten, eigene Tests |
| Dokumente und Schnittstellen | Jede Dokumentvorlage (Rapport, Offerte, Dossier) und jede Anbindung (Buchhaltung, Zahlung, Kalender) ist präzise Einzelarbeit, hier verstecken die billigen Offerten ihre Nachträge |
| Datenübernahme | Bestehende Kunden, Preise und Historie aus Excel, PDF oder Altsystem zu übernehmen kostet oft mehr als ein ganzes Modul, und wird am häufigsten vergessen |
| Betrieb und Wartung | Hosting, Updates, Anpassungen: laufende Kosten existieren immer. Seriös ist, wer sie in der Offerte benennt statt sie zu verschweigen |
Orientierungswerte, mit dem Risiko der Vereinfachung
Mit allen Vorbehalten, kein Betrieb ist der Durchschnitt, sind dies die Grössenordnungen, in denen Sie denken sollten:
| Vorhaben | Grössenordnung |
|---|---|
| Fokussiertes Werkzeug: ein Modul, eine Aufgabe (z. B. digitaler Rapport, Gerätemiete, internes Dashboard) | ab 3000 Euro |
| Betriebsplattform: mehrere Module, mehrere Rollen, eigene Dokumente | typischerweise fünfstellig, je nach Umfang |
| Dieselbe Plattform bei einer Agentur in der Schweiz oder in Deutschland | häufig ein Mehrfaches, die Tagessätze dort beginnen, wo unsere Projektpreise enden |
Warum der Standort den Preis halbiert, und nicht die Qualität
Der grösste Preishebel ist keiner der vier Treiber, sondern die Adresse der Entwickler. Eine Agentur in Zürich oder München trägt Zürcher und Münchner Löhne, Büros und Overhead in jede Stunde; ein Studio in Prishtina trägt Prishtina-Kosten, bei derselben Technik, derselben Zeitzone und, im Euro, derselben Währung.
Was am Preis fehlt, fehlt nicht an der Arbeit: Softwareentwicklung aus dem Kosovo heisst bei uns direkter Draht zum Ingenieur, schriftliche Festpreise und europäische Arbeitsweise. Das belegbare Beispiel ist eine komplette Einsatzplattform für ein Schweizer Serviceunternehmen, inklusive 8,1 % MWST, Rappen-Rundung und deutscher Dokumente.
Die versteckten Kosten, die Sie vermeiden können
Die teuerste Software ist selten die mit der höchsten Offerte, es ist die mit den Kosten, die in keiner Offerte standen:
- Lizenz pro Kopf, für immer: Standard-Abos wirken klein und summieren sich über Jahre zur grössten Position
- Nachträge: Was „im Preis inbegriffen“ nicht schriftlich aufzählt, wird später einzeln berechnet
- Der Anbieter als Geisel: Code, der nicht Ihnen gehört, macht jeden künftigen Wechsel zum Neukauf
- Erzwungene Abläufe: Wenn der Betrieb sich der Software anpassen muss, zahlen Sie den Preis täglich in Arbeitszeit
- Verschwiegene Wartung: „einmal zahlen, läuft für immer“ ist keine Ehrlichkeit, sondern ein späterer Streit
Häufige Fragen
Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand?
Bei uns Festpreis: Nach dem Gespräch und einem unterschriebenen Konzept, das den Umfang fixiert, steht ein Gesamtbetrag in der Offerte, und der hält. Abrechnung nach Aufwand verschiebt das Risiko vollständig zu Ihnen; seriös ist sie nur dort, wo der Umfang ehrlich nicht fixierbar ist.
Kann man klein anfangen?
Man sollte. Das eine Modul, das am meisten Handarbeit frisst, oft der Rapport oder die Disposition, zuerst, produktiv nehmen, dann erweitern. So finanziert der Nutzen der ersten Stufe die zweite, und ein Fehlgriff bleibt klein.
Was kostet die Wartung danach?
Laufende Kosten existieren immer: Hosting, Updates, kleinere Anpassungen. Wir beziffern sie in der Offerte als eigene Position statt sie zu verschweigen, und Sie können die Software auch an ein eigenes technisches Team übergeben, denn der Code gehört Ihnen.
Wem gehört der Code am Ende?
Ihnen, vollständig, mit der Zahlung, inklusive Repository und aller Zugänge. Alles andere macht Sie beim nächsten Schritt erpressbar und gehört zu den versteckten Kosten aus dem Abschnitt oben.
Warum ist Entwicklung im Kosovo günstiger, wo ist der Haken?
Der Preisunterschied ist Kostenbasis, kein Qualitätsgefälle: Löhne und Overhead in Prishtina sind niedriger als in Zürich oder München. Der ehrliche Haken ist Distanz, kein Besuch im Büro nebenan. Dafür arbeiten wir in Ihrer Zeitzone, auf Deutsch, mit Euro-Rechnung und schriftlichen Festpreisen; ob das für Ihr Projekt reicht, zeigt ein erstes Gespräch schneller als jede Broschüre.
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